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AI in the classroom – Mit Erasmus+ in Island

22. Juli 2026

Eis, Vulkane und künstliche Intelligenz – Eine Reise nach Island im Rahmen des Erasmusprogramms 

Die Nordstadtschule nimmt das zweite Jahr am Erasmusprogramm der Europäischen Union teil. Im Rahmen dieses Programms haben Schülerinnen, Schüler aber auch Lehrkräfte die Möglichkeit Erfahrungen im EU-Ausland und einigen weiteren Partnerländern zu sammeln – eine großartige Gelegenheit über den Tellerrand zu blicken und in den Austausch zu kommen. Möglichkeiten des Programms sind natürlich ein klassischer Schüleraustausch aber auch der Besuch von Lehrkräften in anderen Schulen. Dort können sie beim „Job-Shadowing“ den Schulalltag einer Partnerschule kennenlernen. Im Laufe der Jahre ist aber auch ein großes Angebot an Kursen entstanden, die sich schwerpunktmäßig mit Schul- und Unterrichtsentwicklung beschäftigen und von Lehrkräften besucht werden können.
Mein Kollege Axel Knoll und ich, Myriam Schley, hatten die schöne Gelegenheit an einem solchen Kurs im weiten Norden Europas teilzunehmen. So packten wir Anfang Juli bei fast 40°C Hitze in Deutschland unsere Koffer und kamen einige Stunden später bei 9°C in Reykjavik, Island an. In 35 Stunden verteilt auf sechs Tage konnten wir eine große Bandbreite an KI-basierten Online-Tools selbst ausprobieren. Mit einem zweizeiligen Prompt ist es möglich ganze Unterrichtsreihen zu erstellen samt passendem Material und Verlaufsplänen, fertig zum Download – eine unglaubliche Arbeitserleichterung in unserem Lehreralltag. Im Handumdrehen kann man unterhaltsame Raps passend zum aktuellen Unterrichtsthema generieren – mit eingängigem Beat und einem Refrain, der als Ohrwurm nachklingt. In unter einer Minute gelingt es ganze Podcasts zu erstellen, bei denen sich beispielsweise zwei junge sympathisch klingende Menschen über den Klimawandel unterhalten. Dabei lassen sie interessante Details einfließen und man lernt, dass die Atlantische Umwälzströmung AMOC, deren Teil auch der Golfstrom ist, sich verändert, abschwächt und vielleicht ganz verschwindet – besonders interessant zu hören, wenn man in Island ist, welches diese Entwicklung offiziell zu einem nationalen Sicherheitsrisiko und einer existenziellen Bedrohung eingestuft hat. So lernten wir unterschiedliche Tools kennen und es entstanden viele Gespräche über einen sinnvollen und rechtskonformen Einsatz künstlicher Intelligenz in der Schule – Hauptziel des Kurses.
Wenn man sich vergegenwärtigt, dass ChatGPT 2022 zum ersten Mal online ging, ist die Fülle der KI-Angebote, deren Möglichkeiten und Resultate immer wieder erstaunlich – und auf faszinierende Weise atemberaubend. 
KI war aber nicht das einzige, was uns in Island in Erstaunen versetzte. Bei unterschiedlichen Ausflügen durften wir das Land aus Feuer und Eis besser kennenlernen. Wir blickten auf erloschene Vulkane, verschwindende Gletscher, Wasserfälle mit Regenbögen, sprudelnde Geysire und wunderten uns über den sehr speziellen Schwefelgeruch, der uns beim Öffnen eines Wasserhahns in die Nase stieg. Ungewöhnlich war für uns auch, dass die Sonne nie wirklich unterging und man um zwei Uhr nachts im taghellen Licht durch die Straßen von Reykjavik wandeln kann.
Die kulinarischen Seiten Islands sind ebenso nicht zu kurz gekommen. Wir probierten fermentierten Hai, der nach längerem Kauen seinen ganzen Geschmack entfaltet und traditionell mit einem passenden Getränk hinuntergespült wird. In einem Restaurant mit isländischer Küche lernten wir Rúgbrauð kennen, eine Art süßliches Roggenbrot. Es wird in der Nähe thermischer Quellen in einem geschlossenen Gefäß unter der Erde gegart. Nach 24 Stunden wird es herausgeholt, um dann köstlich duftend direkt verspeist oder länger gelagert zu werden. Es ist eines der vielen Produkte, die den Einfallsreichtum der Isländer widerspiegeln, indem sie sich die thermischen Besonderheiten ihres Landes zu Nutze machen.
Ein weiteres Beispiel für isländischen Erfindergeist ist das großzügig angelegte Thermalbad der Blauen Lagune, welches etwas im Landesinneren liegt. Durch die Abwässer eines thermischen Kraftwerks entstanden Thermalbecken, in denen sich kieselsäurehaltige Mineralien ablagerten und somit die raue Lavalandschaft in eine Landschaft weißblauer thermischer Pools verwandelte – ein beeindruckender Anblick. Zuerst wurde dies als problematisch gesehen, bis dann die Idee entstand die Umstände für den Bau eines großen modern gestalteten Thermalbads zu nutzen. Auch diesen Ort durften wir besuchen.
Nach einer Woche in diesem faszinierenden Land stiegen wir wieder ins Flugzeug Richtung Heimat. Wir nehmen von dieser Reise ganz viel mit, sind dankbar für das Angebot, den Austausch, die wunderbaren Eindrücke und wünschen jedem, der auch mit Erasmus unterwegs ist, einen ebenso gewinnbringenden Aufenthalt wie wir ihn hatten.
Myriam Schley
2. Gemeinschaftsschulkonrektorin
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