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Die Schulleitung mit Erasmus+ in Island

21. Juli 2026

Die Schulleitung mit Erasmus+ in Island

Impulse für Schulleitung, Schulkultur und Gemeinschaft

Im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ reisten Oliver Hesselschwerdt und Susanne Posselt im April 2026 nach Reykjavik (Island), um am internationalen Fortbildungskurs „Emerging Leaders“ teilzunehmen.

Die Intensivwoche bot nicht nur wertvolle fachliche Impulse für unsere eigene Schulentwicklung, sondern unterstrich auch die Bedeutung des internationalen Austauschs: Allein in diesem Schuljahr nutzen insgesamt 12 Lehrkräfte unserer Schule die Chance, über Erasmus+ an Fortbildungen im europäischen Ausland teilzunehmen.

Zentrale Erkenntnisse und Inhaltliche Schwerpunkte

Der Kurs verband aktuelle Führungstheorien mit praxisnaher Beziehungsarbeit. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Schule als lernende Organisation gestaltet werden kann.

  • Führung als Beziehungsarbeit & Geteilte Verantwortung: Wirksame Schulleitung setzt auf Vertrauen, aktive Kommunikation, Zuhören und Paraphrasieren. Echte Führung erzeugt keine Gefolgschaft, sondern befähigt weitere Führungspersönlichkeiten (geteilte Führung).
  • Positive Schulkultur & Motivation: Aufgebaut auf Ansätzen wie Simon Sineks „Start with Why“ und Daniel Pinks Motivationstheorie (Autonomie, Können, Sinnhaftigkeit), erfuhren wir, wie eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, Wertschätzung und klaren Visionen den Schulalltag nachhaltig prägt.
  • Teamdynamik & Wohlbefinden (Wellbeing): Das Verständnis verschiedener Teamrollen (z. B. nach David Kantors 4-Player-Modell) hilft dabei, auch Widerspruch als konstruktiven Entwicklungsbeitrag zu nutzen. Modelle wie PERMA verdeutlichten zudem, dass Selbstfürsorge und emotionale Sicherheit Grundvoraussetzungen für das Wohlbefinden aller Akteure an Schule sind.

Einblick in das isländische Schulsystem: Besichtigung der Dalskóli

Ein besonderes Highlight war der Schulbesuch an der Dalskóli am Stadtrand von Reykjavik. Die Schule versteht sich als öffentliches Zentrum der Nachbarschaft und verbindet Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe (bis Klasse 9) unter einem Dach.

  • Gemeinschaft & Barrierefreiheit: Die Einrichtungen der Schule (wie Bibliothek und Freibad) werden von der gesamten Bevölkerung generationsübergreifend genutzt.
  • Flexibles Lernen: Große Jahrgangsteams (45–65 Kinder) werden von Multi-Professions-Teams betreut. Der Unterricht ist in fächerübergreifenden Projektblöcken organisiert, um vertieftes Lernen zu ermöglichen.
  • Haltung: Unter dem Schulmotto „Happiness is a journey“ agiert das Kollegium nach dem Grundsatz „kind and firm“ (freundlich, wertschätzend und bestimmt).

Land, Leute und europäischer Austausch

Neben den Lernzeiten bot das Programm Einblicke in die isländische Kultur und Natur, die eng mit dem Gemeinschaftsgefühl des Landes verbunden sind:

  • Einblicke vor Ort: Der Besuch von Reykjavik, historischen Stätten des Golden Circle sowie der typisch isländischen Freibadkultur verdeutlichte, wie stark Partizipation und Zusammenhalt in Island gelebt werden.
  • Europäische Vernetzung: Der intensive Austausch in einer kleinen, internationalen Gruppe (u. a. mit Teilnehmenden aus Finnland, Spanien, Slowenien und Polen) zeigte: Trotz unterschiedlicher Schulsysteme stehen europäischen Schulen ganz ähnliche Fragen bezüglich guter Führung und Kooperation gegenüber.

Fazit: Mit gestärktem Blick für Schulkultur, Teamentwicklung und tragfähigen europäischen Netzwerken blicken wir inspiriert auf die nächsten Schritte unserer Schulentwicklung – als nächstes Ziel visieren wir die formelle Erasmus-Akkreditierung an.

Susanne Posselt, Oliver Hesselschwerdt

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