Eine Reise Richtung Norden – Eindrücke aus Oslo, Norwegen
Am Samstag ging’s los Richtung Norden nach Norwegen, um dort neue Eindrücke über das Land, die Menschen, die Kultur, das Schulsystem und die Schulen zu bekommen. Der einwöchige Kurs fand in Oslo mit insgesamt 34 TeilnehmerInnen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Lettland und Griechenland statt.
Während der ersten paar Tage erfuhren wir viel über die Norweger und das norwegische Schulsystem. Die Norweger selbst sind laut deutsch-norwegischem ehemaligem Lehrer und nun Tourguide überwiegend gerne unter sich (viele wohnen auf dem Land in einzelnen Häusern; Dorfmitten zum Zusammenkommen gibt es kaum). Sie sind alle sehr zuvorkommend und freundlich und sprechen großartiges Englisch. Das kommt vor allem daher, weil deren Fernsehsendungen nur für Kinder auf Norwegisch synchronisiert werden und sie sonst alles mit norwegischen oder englischen Untertiteln schauen (müssen).
Das norwegische Schulsystem ist in drei Teile aufgeteilt: Die norwegische „Barneskole“ geht von Klasse 1-7, wo die Kinder keine Noten bekommen und keine Klassenarbeiten schreiben. Die ersten Noten in Norwegen gibt es in der „Ungdomsskole“ (Klasse 8-10) und erst mit dem letzten Jahr dieser Schulart gibt es Klassenarbeiten. Bis zur zehnten Klasse müssen sie die Schule besuchen. Danach haben sie die Wahl, ob sie entweder eine Ausbildung (die teils praktisch und teils schulisch ist) machen oder eine weiterführende Schule besuchen. Mit beiden Abschlüssen haben sie die Möglichkeit, sich danach für die Universität zu bewerben.
Bei den Besuchen an den drei Schulen in mitunter verschiedenen Osloer Stadtteilen kann man viele Gemeinsamkeiten feststellen: Jede Schule hat gut ausgestattete Fachräume, große Schulhöfe und Aulas. Auch der Arbeitsbereich der Lehrkräfte (Konferenzräume, Lehrerzimmer und Lehrerarbeitsplätze) ist gut ausgestattet, gemütlich und funktional. SchülerInnen haben dort jeder ihr eigenes iPad/Laptop, das er oder sie über die Schulzeit behält. Jegliches Schulmaterial (inklusive technischer Geräte) bekommt der Schüler/ die Schülerin kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Interessant war auch, dass sich Schüler, Lehrer und Schulleiter mit Vornamen ansprechen und ein familiärer Umgang zwischen allen besteht.
Nicht nur die Besichtigung der wichtigsten Kulturerben Oslos, der Schulen und dem Oscarsborg fortress auf einer Insel waren interessant, auch der Austausch mit den Kollegen aus den fünf anderen Ländern gab neue Eindrücke, Ideen und vielleicht auch Möglichkeiten zu einem Schüleraustausch in der Zukunft.
Isabelle Beaujean, Denise Buch
